Bauen & Renovieren

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Foto: © iStockphoto.com / hidesy

Gerade, wenn es heißt „schaffe, schaffe, Häusle baue“ können wir durch eine gute Planung viel für die Umwelt tun. Neben einer energieeffizienten und flächensparenden Bauweise beinhaltet dies vor allem den ressourcenschonenden Einsatz von umweltfreundlichen Baumaterialien und Bauprodukten.

Grundsätzlich gilt: Statt neue Häuser auf der grünen Wiese zu bauen, sollten lieber alte Häuser modernisiert werden. Das schützt freie, natürliche Flächen und beansprucht weniger Baumaterialien als ein kompletter Neubau. Ohne Komfortverlust könnte so in den nächsten 25 Jahren der Flächenverbrauch um zirka 85 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig würde der jährliche Verbrauch von Sand, Ton, Kalk und Kies um rund 30 Prozent reduziert, der Kohlendioxidausstoß sogar um mehr als 50 Prozent.

Mit dem Einsatz natürlicher Baustoffe kann beim Neubau oder einer Renovierung aktiver Umweltschutz betrieben werden. Bei der Gewinnung und Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen wie beispielsweise Holz wird besonders wenig Energie verbraucht. Zudem haben diese häufig eine gute Dämmwirkung und somit ein großes Energiesparpotenzial. Um umweltfreundliche Produkte im Bau- und Wohnbereich zu finden, hilft der Blaue Engel weiter. Viele Produkte, von Farben und Lacken bis zu Heizkesseln, tragen das Gütesiegel, das Produkte mit hoher Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit auszeichnet.

Tipps für Ihre umweltfreundlichen vier Wände 

  • Achten Sie darauf, Holz aus ökologischem Waldbau zu nutzen. Holzhäuser sind nicht nur gesund und gemütlich, sondern auch umweltfreundlich und lassen sich zudem in extrem kurzer Zeit bauen. Für fast alle Bauzwecke sind auch einheimische Hölzer einsetzbar:

               ° Für Wandverkleidungen und Profilbretter: Ahorn, Buche, Eiche, Esche, 

                 Fichte, Kiefer, Kirschbaum.

               ° Für Fenster und Türen: Buche, Douglasie, Eiche, Esche, Fichte, Kiefer.

               ° Für Parkett und Fußböden: Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Esche, Fichte,

                 Lärche.

               ° Für Möbel: Alle heimischen Hölzer.

               ° Für Gartenmöbel, Pfosten und Zäune: Kiefer, Lärche, Eiche, Robinie.

  • Nutzen Sie umweltfreundliche und gesunde Produkte für den Bodenbelag: Naturstein und Fliesen sind durch ihre Härte besonders bei extrem strapazierten Flächen (z. B. im Badezimmer) einsetzbar. Bodenbeläge aus Holz (Parkett, Dielen, Holzpflaster) oder Holzwerkstoffen (Fertigparkett) sind strapazierfähig und pflegeleicht. Die Gütesiegel FSC und naturland kennzeichnen Produkte, deren Holz aus ökologischem Waldbau stammt. Beim Fertigparkett weisen die Zertifikate natureplus und Ökologische Produktprüfung des eco-Umweltinstitutes sowie die Empfehlung der Zeitschrift ÖKO-TEST auf schadstoffarme Produkte hin. Auch Kork ist ein nachwachsender Rohstoff. Die Bodenbeläge stammen zumeist aus ökologisch sinnvollen Recyclingprodukten. Linoleum wird aus Leinöl, Baumharzen, Kork- und Holzmehl, Kalkstein und Farbpigmenten hergestellt. Der Naturstoff bietet sich als Alternative zu den ökologisch problematischen PVC-Böden an.
  • Geben Sie Ihrem Haus auch von außen einen grünen Anstrich. Die Begrünung von Dächern und Wänden verbessert die Wohnqualität, denn Pflanzen binden Staub und wirken sich positiv auf das Kleinklima aus. Zudem werden die Wände vor UV-Strahlung und Witterungseinflüssen geschützt. Im Sommer bleiben die Räume unter dem Gründach kühl und sind im Winter wärmegedämmt.
  • Sparen Sie Wasser- und Abwasserkosten durch die Nutzung von Regenwasser. Regenwasser können Sie sowohl zur Gartenbewässerung sowie zum Wäsche waschen oder für die Toilettenspülung einsetzen. Die einfachste Methode der Regenwassernutzung lässt sich für 25 Euro an der Regenrinne befestigen. Mit einer Regulierungskappe wird Niederschlagswasser in die Regentonne geleitet. Beim Neubau oder im Rahmen einer Grundsanierung empfiehlt es sich, eine Regenwassernutzungsanlage einzubauen.