Essen & Trinken

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Foto: © iStockphoto.com / aldomurillo  

Beim Einkauf können wir eine Menge für unsere Umwelt tun, denn mit jeder Kaufentscheidung treffen wir auch die Entscheidung für ein mehr oder weniger umweltfreundliches Produkt. So schneiden Lebensmittel wie Südfrüchte, die erst über viele Kilometer nach Deutschland transportiert werden müssen, auf der Umweltfreundlichkeitsskala eher schlecht ab, Obst und Gemüse aus der Region hingegen gut.

Jede industrielle Verarbeitung und Veredlung von Nahrungsmitteln verbraucht Energie und schafft Abfälle und Abwässer. Darum ist es besser, sich von frischen Produkten zu ernähren als Fertiggerichte, die gegebenenfalls sogar noch gekühlt werden müssen, zu kaufen. Besonders umweltfreundlich ist es, Lebensmittel aus dem ökologischen Landbau zu verwenden. Diese sind längst nicht mehr nur in Bio- und Naturkostläden zu finden, sondern haben sich auch in Supermärkten etabliert. Obst und Gemüse aus ökologischer Landwirtschaft sind nachweislich geringer mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet als konventionell erzeugte. Nur wenige der über 300 zugelassenen Zusatzstoffe dürfen in ökologischen Lebensmitteln verwendet werden. Farbstoffe, Geschmacksverstärker und alle Stoffe, die im Verdacht stehen, gesundheitsschädliche Auswirkungen haben zu können, sind verboten. Erkennbar sind Lebensmittel aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft an folgenden Siegeln:

  • Bio-Siegel
  • Bioland
  • Demeter
  • Naturland

Für die Umwelt ist es außerdem besser, weniger Fleisch zu essen. Denn für die Fleischproduktion werden Nahrungsmittel, die auch den Menschen direkt ernähren könnten, an Tiere verfüttert. Massentierhaltung ist noch aus weiteren Gründen ökologisch gesehen bedenkenswert: Zirka ein Drittel der Ackerflächen in Deutschland werden für den Futteranbau verwendet, woraus diverse Umweltprobleme, wie z. B. großflächige Monokulturen und der Verlust vieler Biotope, resultieren.

Die industrialisierte Landwirtschaft gilt in Deutschland als größter Verursacher für den Rückgang und das Aussterben von Pflanzen- und Tierarten. So werden Futtermittel aus Ländern der Dritten Welt importiert, deren Produktion soziale und ökologische Probleme verursacht. Zudem führt die anfallende Gülle zu einer Überdüngung der Felder und trägt zur Verschmutzung des Grundwassers bei. Ein maßvoller Fleischkonsum, dafür aber mit qualitativ hochwertigem Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, tut deshalb nicht nur uns und unserer ausgewogenen Ernährung, sondern auch der Umwelt gut.

Wer statt Fleisch lieber Fisch isst, hat auch hier die Möglichkeit, sich umweltfreundlich zu ernähren. Das Marine Stewardship Council-Siegel (MSC) kennzeichnet Fisch und Meeresfrüchte aus umweltgerechter Fischerei. Das Siegel setzt ökologische Standards, die eine verantwortungsbewusste und umweltfreundliche Fischerei fördern und damit der Überfischung und der Zerstörung mariner Ökosysteme durch umweltschädliche Fischereimethoden entgegenwirken. Dies geschieht z. B. durch die Schonung gefährdeter Fischbestände, die Einrichtung von Erholungsphasen von überfischten Beständen oder die Verringerung des Beifangs. Soziale Gesichtspunkte spielen für die Zeichenvergabe nur eine untergeordnete Rolle. Durch die Beachtung des Labels tun Sie also etwas gegen die Überfischung der Ozeane und die Schädigung des Lebensraums Meer.

Tipps für Ihren umweltfreundlichen Einkauf

  • Lassen Sie sich mit frischem Saisongemüse versorgen! Naturkostläden bieten oft ein Gemüse-Abo an. Mit einem solchen Abo bekommen Sie regelmäßig eine Kiste mit ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse aus der Region direkt an die Haustür geliefert.
  • Greifen Sie bei Produkten zu Alternativen aus ökologischem Anbau. Denn neben der Umwelt leiden auch oft die Menschen besonders in fernen Anbauregionen unter dem teils intensiven Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.
  • Löschen Sie Ihren Durst umweltfreundlich, indem Sie Mehrwegflaschen nutzen. Erkennbar sind diese am Blauen Engel oder an der Aufschrift „Mehrweg“. Davon profitiert die Umwelt: Eine Mehrwegflasche aus Glas kann bis zu 50 Mal befüllt werden. Ein Kasten mit 20 Mehrwegflaschen ersetzt so 1.000 Einwegflaschen. So fällt weniger Abfall an und es werden weniger Ressourcen für die Herstellung von neuen Verpackungen benötigt.
  • Schenken Sie sich Kosten, Kistenschleppen, Lagerung und Entsorgung von gekauften Wasserflaschen ebenso wie die ressourcenintensive Herstellung von Verpackungsmaterial, die Entsorgung von Einwegverpackungen und die energieaufwendige Reinigung von Mehrwegflaschen und nutzen Sie Trinkwassersprudler. Umweltfreundliche Modelle erkennen Sie am Umweltzeichen Blauer Engel.