Kommunikation & Information

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Foto: © iStockphoto.com / twilightproductions

Computer, Handy & Co. sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Die Entwicklung neuer, aber auch die Weiterentwicklung bereits existierender Geräte bedeutet für uns einerseits eine große Arbeitserleichterung und Zeitersparnis. Auf der anderen Seite führt dieser Trend jedoch zu einem verstärkten Energie- und Ressourcenverbrauch mit unangenehmen Nebeneffekten für die Umwelt. Diese beginnen bereits bei der Rohstoffgewinnung und enden bei der Verschrottung der Geräte.

Ein Computer besteht durchschnittlich aus 1.800 bis 2.000 Einzelteilen. Allein bei der Herstellung eines PCs mit Monitor werden zirka 240 Kilogramm fossile Brennstoffe, 22 Kilogramm Chemikalien und 1.500 Liter Wasser verbraucht. Rohstoffe, wie Platin, Gold und das Erz Coltan, werden dabei u. a. in afrikanischen Minen gewonnen. Hier sind menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung an der Tagesordnung. In der Umgebung von Minen sind die Böden und das Wasser häufig verschmutzt, die Abgase der Metallschmelzen verunreinigen die Luft und führen bei den Anwohnern zu schweren und langanhaltenden Gesundheitsschäden.

Auch die Weiterverarbeitung der Rohstoffe, die zu einem Großteil in China stattfindet, hinterlässt ihre Spuren. Häufig wird die Produktion von Informations- und Kommunikationsgeräten in Länder verlegt, in denen Arbeit billig und Umweltstandards besonders niedrig sind. So wird beispielsweise in China auch deshalb so billig produziert, weil die Umweltauflagen für Abwasser lange nicht so streng sind.

Wenn das Ende eines Gerätes naht, endet damit noch lange nicht die Belastung für die Umwelt. Bereits heute fallen jedes Jahr 2 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Dabei ist das Aufkommen an Elektroschrott in den vergangenen Jahren etwa dreimal so schnell gewachsen wie die Menge herkömmlichen Hausmülls. Da viele Geräte nicht ordnungsgemäß entsorgt werden, können gefährliche Stoffe und Chemikalien auf nicht dafür ausgelegte Deponien gelangen. Man geht davon aus, dass etwa 40 Prozent der Bleibelastung in Deponien von Elektrogeräten stammt. In den Gehäusen der Geräte stecken außerdem bromierte Flammschutzmittel, PVC und Weichmacher in den Kabeln. Viele Geräte werden aber auch ins Ausland weiterverkauft und landen hier zum Teil auf illegalen Müllkippen in der Dritten Welt, wo sie zu Umweltzerstörung und Vergiftung von Menschen führen, die durch primitive Recyclingmethoden über offenem Feuer heftige Gesundheitsschäden erleiden.

Tipps für Ihre umweltfreundlichen IuK-Geräte 

  • Achten Sie beim Kauf von Computern & Co. auf die Label Blauer Engel und das Europäische Umweltzeichen (Euro-Blume). Sie kennzeichnen energiesparende Geräte, die umweltfreundlich und recyclinggerecht konstruiert sind.
  • Lassen Sie alte Geräte aufarbeiten und nutzen Sie sie weiter. Das ist allemal die ökologischere Alternative dazu, rohstoff-, arbeits- und energieintensive Informations- und Kommunikations-Geräte einfach zu entsorgen, sobald es Besseres gibt. Spezialisierte Reparaturdienste können bei den ersten Zicken der Geräte Abhilfe schaffen und diese gegebenenfalls aufrüsten.
  • Nutzen Sie einzelne Komponenten als Ersatzteile für andere Geräte, sollte eines Ihrer Geräte einmal endgültig den Geist aufgegeben haben.
  • Überlegen Sie vorher, wofür Sie Ihren neuen Computer einsetzen wollen, bevor Sie ihn anschaffen. Viele Anwender nutzen nur die üblichen Office-Programme sowie das Internet. Aufwändige Grafik-Module und sehr große Speicherkapazitäten sind hier oft überflüssig.
  • Denken Sie über ein gebrauchtes Gerät als Alternative zum Neukauf nach. In Fachgeschäften für gebrauchte Kommunikationselektronik werden die angekauften Geräte innen wie außen gründlich geprüft, gegebenenfalls aufgerüstet und weiterverkauft.
  • Fragen Sie gezielt nach den Umwelt- und Sozialstandards bei der Herstellung der Geräte. Gerade bei IT-Geräten liegen Großteile der Produktionskette immer noch im Dunkeln. Durch Ihre Nachfrage werden Hersteller und Einzelhändler auf die Problematik und den Wunsch der Kunden nach sozial und ökologisch unbedenklichen Waren aufmerksam gemacht.
  • Informieren Sie sich beim Guide to Greener Electronics, der von Greenpeace veröffentlicht wird, über die 18 größten Hersteller von Computern, Handys, Fernsehern und Spielekonsolen bezüglich ihres Einsatzes von Chemikalien, für Recycling und Klimaschutz.