Schmuck & Accessoires

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Foto: © iStockphoto.com / lissart

Um sich zu verschönern oder eine bestimmte gesellschaftliche Stellung bzw. Lebensweise auszudrücken, schmücken sich Menschen bereits seit Tausenden von Jahren. Doch der schöne Schein trügt. Der Abbau und die Weiterverarbeitung von Edelmetallen, wie Gold, Silber oder Platin, und Edelsteinen, wie Diamanten, Saphiren und Rubinen, verursachen häufig große Umweltschäden.

Die Zeiten, wo Goldnuggets, wie beim amerikanischen Goldrausch, aus den Flüssen gewaschen wurden, sind vorbei. Heutzutage graben sich riesige Bagger durch die Landschaft, um ganze Gesteinsschichten abzutragen. Die zurückbleibenden Gebiete gleichen Mondlandschaften. Im westafrikanischen Ghana beispielsweise werden für jede Goldmine rund 3.000 Hektar Land vernichtet, in den Anden fallen dem Goldabbau ganze Berge zum Opfer. Durchschnittlich werden 20 Tonnen Abraum für die Herstellung eines Goldrings produziert. Um das Gold aus dem Gestein zu lösen, werden hochgiftige Chemikalien, zum Großteil Zyanid, eingesetzt. Schätzungen gehen weltweit von einem jährlichen Verbrauch von 182.000 Tonnen Zyanid in Goldminen aus,
zurück bleibt flüssiger Abraum, der hohe Konzentrationen an den Chemikalien und Schwermetallen enthält. Dieser wird in der Regel in große Becken geleitet, bei denen immer wieder die Dämme brechen oder die Becken überlaufen, so dass der Abraum Trinkwasser und Böden verseucht. Nach der Trocknung wird der Abraum einfach vergraben.

Quecksilber wird nach wie vor in Zehntausenden kleiner Goldminen vor allem in Asien, Lateinamerika und Afrika in einer Größenordnung von bis zu 1.000 Tonnen pro Jahr verwendet. Dabei nutzen die Arbeiter in der Regel keine Schutzkleidung. Manche reiben sich laut einem UN-Bericht das flüssige Metall sogar auf die Haut, da sie glauben, es würde sie stärker machen. Neben der unmittelbaren Bedrohung der Arbeiter gefährdet Quecksilber jedoch auch Menschen und Tiere, die in weit entfernten Regionen der Welt leben. Das Nervengift legt über die Atmosphäre teilweise große Strecken zurück, lagert sich in Ozeanen und Flüssen ab und gelangt über die Nahrungskette in Fische und damit auch in den menschlichen Körper. Neben den großen Bergbaufirmen sind es auch immer wieder Siedler, die informell nach Gold schürfen und für den Abbau und als Brennholz Bäume abholzen und zur Bodenerosion beitragen.

Beim Silber sorgen zudem die Schmelzen für Umweltschäden. Eines der Extrembeispiele hierfür ist die Schmelze der Firma Doe Run Perú in der peruanischen Stadt La Oroya. La Oroya zählt zu den zehn am stärksten verschmutzten Orten weltweit. Seit Jahrzehnten werden hier Erze aus Peru, anderen lateinamerikanischen Staaten und aus Asien verarbeitet. Zirka 35.000 Menschen leben in der Region. Böden, Wasser und Luft sind mit Blei, Quecksilber und anderen giftigen Stoffen belastet. Krebserkrankungen sowie schwere neurologische und physiologische Störungen sind die Folge. Momentan ist die Schmelze aufgrund der Forderung der Regierung, Filteranlagen einzubauen, geschlossen. Bei Auseinandersetzungen rund um die Produktionsanlagen ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Verletzten und Toten gekommen.

Auch lebende Tiere sind Lieferanten von Schmuck. Seit Jahrtausenden gehören Korallen, Elfenbein, Schildpatt und Perlen zu den begehrten Schmuckmaterialien. Da die meisten Perlen gezüchtet werden, ist ihre Nutzung weniger problematisch als die von Elfenbein, Schildpatt und Korallen. Die Herstellung von Schmuck aus diesen Materialien hat die betroffenen Tierarten stark dezimiert. Zwar werden viele der Tierarten durch das Artenschutzgesetz geschützt, doch solange eine Nachfrage nach Brillengestellen aus Schildpatt, Korallenketten oder Elfenbeinschmuck besteht, blüht der (illegale) Handel mit den Materialien weiter. 

Tipps für Ihre umweltfreundlichen Uhren und Schmuck:

  • Die Initiative ''Fair Trade in Gems and Jewelry" setzt sich für den fairen Handel von Edelmetallen und deren umwelt- und sozialverträglicher Produktion ein. Unter dem Markenzeichen ''fair&green" wird hierbei Gold und Silber vermarktet, das mit Schwerkrafttrennung und ohne Zyanideinsatz gewonnen wurde. Quecksilber kommt bei dieser Methode nur in geschlossenen Kreisläufen zum Einsatz.
  • Sprechen Sie im Juweliergeschäft über die sozialen und Umweltprobleme bei der Goldförderung und weisen Sie auf die Möglichkeit hin, zertifiziertes Gold zu verwenden, das nach höheren Umwelt- und Sozialstandards produziert worden ist.
  • Verzichten Sie auf den Kauf von industriell gefertigtem Massen-Goldschmuck.